Anlässlich der Zwischenwahlen zum US-Kongress (Midterm Elections), bei denen die politischen Mehrheitsverhältnisse im Repräsentantenhaus und im Senat neu bestimmt werden, veranstaltet das zeb.Institut für Finanzdienstleistung an der Universität Witten/Herdecke eine offene Diskussionsrunde über die politische Entwicklung in den USA und deren mögliche Auswirkungen auf die internationale Politik.
Als Gesprächspartner nehmen Klaus Prömpers, langjähriger ZDF-Auslandskorrespondent und außenpolitischer Experte, sowie Prof. Dr. Nils Bormann, Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Witten/Herdecke, teil.
Als Teil des Hochschulwesens nimmt das neu gegründete zeb.Institut für Finanzdienstleistung an der Universität Witten/Herdecke seine Aufgabe wahr, mit Teilnehmenden und Interessierten unserer Studiengänge und Weiterbildungskurse aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen zu diskutieren.
In diesem Kontext sind Interessierte nun herzlich zu einer offenen Diskussionsrunde mit Herrn Klaus Prömpers, international bekannter ZDF-Auslandskorrespondent und außenpolitischer Experte, sowie mit Herrn Professor Dr. Nils Bormann, Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der UW/H, eingeladen.
Zum Thema
Anlässlich der anstehenden US-Zwischenwahlen stellen sich viele Fragen: Welche Konsequenzen hat das Abschneiden bei den Mid-Term Elections in den USA? Droht US-Präsident Trump bei den Zwischenwahlen am 3. November eine Niederlage und gar ein Machtverlust? In diesem Fall würde ein fortan feindlicher Kongress seine Agenda bremsen und eine Flut von Untersuchungen starten.
Neu gewählt werden alle 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus, 35 der 100 Senatoren, dazu 36 Gouverneur:innen und Tausende örtliche politische Ämter. Die Wahlen gelten traditionell als wichtigstes Polit-Barometer zwischen den Präsidentschaftswahlen. Dieses Mal dürften sie vor allem ein Referendum über Trump sein. Er selbst steht nicht auf dem Stimmzettel – aber seine Amtsbilanz.
Der stockende Krieg mit dem Iran, hohe Benzinpreise, Teuerung und steigende Hypothekenzinsen setzen dem US-Präsidenten zu. Besonders Wechselwähler wenden sich ab. In einer aktuellen AP/NORC-Erhebung stimmten nur noch 31 Prozent seiner Amtsführung zu, 69 Prozent lehnten sie ab. Sein Popularitätstief zieht die Republikaner:innen nach unten. Die Demokrat:innen liegen rund zehn Prozentpunkte in Umfragen vorne. Ihre Chancen, das Repräsentantenhaus zurückzuerobern, liegen bei rund 75 Prozent. Und selbst im Senat, wo die Hürde deutlich höher liegt, ist eine Sensation möglich. Trumps Republikaner:innen könnten sogar Niederlagen in früheren Hochburgen wie North Carolina oder Texas drohen.
Vier Szenarien sind denkbar
- Eine „Demokratische Welle“ spült Republikaner:innen von der Macht: Demokrat:innen liegen in fast allen der umkämpften Staaten vorne, darunter Alaska, Iowa, Maine, Michigan, New Hampshire, Ohio und Texas. Für Trump wäre es ein Albtraumszenario und vielleicht sogar der Anfang vom Ende der Trump-Bewegung.
- Doch nur eine kleine blaue Welle?: In diesem Fall könnten die Republikaner:innen zumindest im Senat ihre Mehrheit behalten und Trump damit wenigstens in der Kongress-Oberkammer vor den härtesten Angriffen der Opposition schützen.
- Ein Überraschungssieg der Republikaner:innen?: Trump wettert bereits, die Umfragen seien „Fake“ wie die News. Sicherlich gab es gelegentlich Patzer bei Umfragen – 2022 wurde ein klarer Sieg der Republikaner:innen erwartet, doch die Demokrat:innen unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden schlugen sich deutlich besser.
- Chaos-Wahlen: Die Mid-Terms 2026 könnten die USA sogar in eine Verfassungskrise stürzen, sollten Trumps Klagen und Anordnungen aus dem Weißen Haus die Wahlen erschweren. Die Rhetorik hat sich zuletzt verschärft. Einige Trump-Aktivist:innen brachten schon die Ausrufung des „Kriegsrechts“ ins Spiel.
Einen großen Vorteil haben Trump und die Republikaner allerdings: Geld. Viel Geld aus Trumps Kasse (180 Millionen Dollar) floss in wichtige Wahlkämpfe. Trumps Strateg:innen wissen indes: Alles Geld der Welt kann fehlenden Enthusiasmus nicht ersetzen. Und dieses Pendel scheint derzeit zugunsten der Opposition auszuschlagen.
Die Veranstaltung ist kostenlos und findet online statt.