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Lehren & Forschen

an der UW/H

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Bildung für nachhaltige Entwicklung

Wittener Didaktik & Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Wittener Didaktik zielt darauf, Studierende zur Übernahme persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung zu befähigen. Daran knüpft die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) unmittelbar an: Sie unterstützt Studierende dabei, komplexe gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Herausforderungen zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven und Zielkonflikte abzuwägen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Für die Hochschullehre bedeutet BNE dabei mehr, als Nachhaltigkeit als zusätzliches Thema in eine Lehrveranstaltung aufzunehmen. Sie betrifft auch die Frage, wie Studierende lernen: etwa durch die Auseinandersetzung mit komplexen Problemen, den Einbezug unterschiedlicher Perspektiven, kritische Reflexion und die Entwicklung eigener Lösungs- und Handlungsansätze.

Auf dieser Seite finden Sie Anregungen und Angebote zur Verankerung von BNE in der Lehre. Dazu gehören die BNE-Merkmale von Lehrveranstaltungen, unsere Videopodcast-Reihe sowie der BNE-Lehrpreis.

Die folgenden Merkmale beschreiben, was Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sinne einer „Wittener BNE“ für die Inhalte und die Gestaltung von Lehrveranstaltungen an der UW/H bedeuten kann. Sie sollen Lehrenden Orientierung geben und sichtbar machen, auf welche unterschiedliche Weise BNE in der Lehre aufgegriffen werden kann.

Die Merkmale dienen zugleich als Grundlage für die Weiterentwicklung von Instrumenten und Angeboten, etwa für den BNE-Lehrpreis oder die Evaluation von Lehrveranstaltungen. Sie wurden aus der Literatur zu Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE-Kompetenzen und Hochschulbildung sowie aus den Grundsätzen der Wittener Didaktik abgeleitet und verdichtet.

Die Merkmale sind nicht als starre Checkliste zu verstehen. Je nach Fach, Thema und Lehrformat können unterschiedliche Schwerpunkte sinnvoll sein. Sie sollen im Dialog mit den Lehrenden der UW/H kontinuierlich geprüft, ergänzt und weiterentwickelt werden.

Zukunftsrelevante Inhalte
Die Lehrveranstaltung greift Themen und Herausforderungen auf, die für eine nachhaltige Entwicklung von Bedeutung sind, beispielsweise mit Bezug zu den Sustainable Development Goals.

Interessen und Lebenswirklichkeit der Studierenden
Die Lehrveranstaltung knüpft an Fragen, Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten der Studierenden an und schafft Bezüge zu ihrer Gegenwart und Zukunft.

Eigenverantwortliche und partizipative Lernprozesse
Studierende übernehmen Verantwortung für ihren Lernprozess und erhalten Möglichkeiten, Inhalte, Fragestellungen oder Lernwege aktiv mitzugestalten.

Systemische Betrachtung
Komplexe Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Folgen werden über unterschiedliche Bereiche, zeitliche Horizonte und räumliche Ebenen hinweg betrachtet.

Perspektivenvielfalt
Unterschiedliche Dimensionen von Nachhaltigkeit, Wissensformen und Perspektiven auf ein Problem werden einbezogen und miteinander in Beziehung gesetzt.

Urteilsfähigkeit und Ambiguitätstoleranz
Studierende setzen sich mit Widersprüchen, Unsicherheiten, Zielkonflikten und Risiken auseinander und entwickeln die Fähigkeit, auch unter komplexen Bedingungen begründet zu urteilen.

Werteorientierung
Die Lehrveranstaltung eröffnet Raum für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen sowie mit gesellschaftlichen Werten, Normen und Praktiken im Kontext nachhaltiger Entwicklung.

Reflexionsfähigkeit und Persönlichkeitsbildung
Studierende reflektieren eigene Werte, Haltungen und Weltanschauungen sowie die Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handelns im Kontext nachhaltiger Entwicklung.

Entwicklung von Zukunftsperspektiven
Studierende setzen sich mit möglichen und wünschenswerten Zukünften auseinander und entwickeln Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung.

Partizipation und Mitgestaltung
Studierende setzen sich mit Möglichkeiten auseinander, gesellschaftliche Veränderungsprozesse mitzugestalten und sich an ihnen zu beteiligen.

Transfer und Umsetzung
Erworbenes Wissen wird auf konkrete Kontexte übertragen. Studierende identifizieren, entwickeln und erproben mögliche Handlungsansätze.

Nachhaltigkeitsherausforderungen im Fach und zukünftigen Berufsfeld
Studierende reflektieren die Rolle und Verantwortung ihres Fachs und ihres zukünftigen Berufsfelds für eine nachhaltige Entwicklung sowie damit verbundene wissenschafts- und berufsethische Fragen.

Bewältigungsstrategien und Resilienz
Die Lehrveranstaltung schafft Raum, belastende Gefühle im Zusammenhang mit gegenwärtigen und zukünftigen Nachhaltigkeitskrisen zu reflektieren und konstruktive Strategien für den Umgang damit zu entwickeln.

Die UW/H schreibt regelmäßig den prospektiven BNE-Lehrpreis aus. Gefördert werden geplante Lehrprojekte, die neue Ansätze zur Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschullehre entwickeln und erproben.

Der Preis richtet sich an Lehrende aller Fakultäten und des Studium fundamentale. Ausgezeichnet werden Lehrkonzepte, die Nachhaltigkeitsfragen inhaltlich und didaktisch aufgreifen und Studierende dazu anregen, komplexe Herausforderungen zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven und Zielkonflikte zu reflektieren sowie eigene Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Der Lehrpreis ist prospektiv ausgerichtet: Im Mittelpunkt stehen nicht bereits abgeschlossene Lehrveranstaltungen, sondern Ideen und Konzepte, die mithilfe der Förderung umgesetzt und weiterentwickelt werden sollen. Damit möchte die UW/H Lehrende dabei unterstützen, neue Zugänge zu BNE in der eigenen Lehre zu erproben.

Informationen zu aktuellen Ausschreibungen, Bewerbungsfristen und Förderbedingungen werden an dieser Stelle veröffentlicht.

BNE Folge 1: Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung?