Dass eine Narkose zu flach oder zu tief sein kann, ist unbestritten. Ebenso kennen viele Mediziner:innen die Unsicherheit, ob die gewählte Narkosetiefe tatsächlich optimal war. Doch welche Bedeutung hat das für die Patient:innensicherheit?
Kann das EEG-basierte Monitoring der Narkosetiefe dazu beitragen, postoperative Komplikationen wie ein Delir zu verringern? Besteht ein verlässlicher Zusammenhang zwischen einer sehr tiefen Narkose und der Mortalität im Krankenhaus? Und wie sicher lässt sich ein intraoperatives Bewusstsein („Awareness“) verhindern? Reicht dafür eine balancierte Anästhesie mit volatilen Anästhetika (Narkosemittel, die als Gas über die Atemwege gegeben werden) aus? Ist die Messung der Hirnaktivität über ein frontales EEG ausreichend, um Bewusstsein zuverlässig zu erfassen?
Schließlich stellt sich auch die Frage, welchen Einfluss Muskelrelaxanzien auf die Beurteilung der Narkosetiefe haben und wie belastbar Messverfahren unter diesen Bedingungen sind.
In diesem Fachvortrag beleuchtet Prof. Dr. R. Ellerkmann vom Klinikum Dortmund die Möglichkeiten aber auch die Grenzen der Narkosetiefenmessung anhand der vorhandenen Literatur und geht auch auf neue Erkenntnisse aus der DSA-Betrachtung (Density Spectral Array) des EEGs ein.
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